Die Suche im Internet hat sich verändert. Wer früher eine Frage hatte, tippte ein paar Stichworte in Google ein und arbeitete sich durch eine Liste blauer Links. Heute formuliert man die Frage als ganzen Satz und stellt sie ChatGPT, Claude AI oder Google AI. Was zurückkommt, ist keine Trefferliste, sondern eine fertige Antwort. Manchmal mit Quellenangabe, manchmal ohne. Aber immer mit dem Hinweis, dass irgendwo im Internet ein Inhalt stand, den die Maschine gelesen, verstanden und für gut genug befunden hat, um ihn weiterzugeben.
Das hat eine neue Frage aufgeworfen, die viele unserer Kunden langsam beschäftigt: Werde ich überhaupt noch gefunden, wenn die Suche immer öfter über eine KI läuft?
Genau hier setzt GEO an. Generative Engine Optimization. Manche nennen es AEO, Answer Engine Optimization. Die Bezeichnung ist noch im Werden, das Phänomen ist es nicht mehr.
Was sich verschoben hat
Das alte SEO-Rezept war einfach: Keywords, Meta-Beschreibungen, Backlinks, Geschwindigkeit. Mess- und manipulierbar. Eine Disziplin mit klaren Regeln und vielen Tools.
Mit den generativen Systemen ist eine zweite Schicht dazugekommen, die nicht nach den gleichen Regeln spielt. Diese Systeme listen Websites nicht auf, sie lesen sie. Sie fassen zusammen, sie zitieren, sie formulieren um. Wer hier erwähnt wird, ist sichtbar. Wer nicht erwähnt wird, ist es zunehmend nicht mehr.
Das Spannende dabei: Eine Seite, die im Google-Ranking weit oben steht, kann von einer KI komplett übergangen werden. Andererseits landen plötzlich kleine, unaufgeregte Seiten in Antworten, weil sie eine Sache besonders klar erklärt haben.
Was generative Systeme bevorzugen
Die genauen Spielregeln kennt niemand. Die Anbieter geben Hinweise, der Rest ist Beobachtung – auch unsere. Was sich aber abzeichnet:
- Klare Struktur. Texte mit eindeutigen Überschriften, kurzen Absätzen und sauberer Hierarchie sind leichter zu verarbeiten. Eine Bleiwüste wird seltener zitiert als ein gegliederter Text mit klaren Aussagen.
- Konkrete Antworten auf konkrete Fragen. Wer eine Frage direkt beantwortet, wird häufiger genannt als wer drumherum redet. Das gilt besonders für FAQ-Bereiche, How-to-Inhalte und einfache Definitionen.
- Glaubwürdigkeit. Autorenangaben, Datum, nachvollziehbare Quellen, Rezensionen, klare Kontaktangaben. Klingt banal, ist aber genau das, worauf LLMs achten.
- Ein Thema pro Seite. Wer alles ein bisschen anschneidet, wird zu nichts richtig zitiert. Wer eine Sache klar erklärt, hat eine Chance.
- Konsistenz über Quellen hinweg. Wenn dieselbe Aussage auf der Website, im Blog, auf LinkedIn und in einem Branchenmedium auftaucht, gewinnt sie an Gewicht. KI-Systeme suchen Bestätigung.
- Lesbares HTML. Inhalte, die nur per JavaScript nachgeladen werden oder hinter Klicks versteckt sind, werden von vielen Crawlern gar nicht erfasst.
Wer das liest, merkt schnell: Vieles davon ist solides Webhandwerk. GEO ist nicht primär eine neue Disziplin. Es ist eine Rückbesinnung auf Grundlagen, die in den letzten Jahren oft hinter Tricks und Tools verschwunden sind.
Wo WordPress unaufgeregt punktet
WordPress hat in dieser neuen Welt einen handfesten Vorteil, der gerne übersehen wird: Es liefert Inhalte serverseitig aus. Das heisst, der Text steht im HTML, sobald die Seite geladen wird. Genau das, was Crawler, die klassischen wie die generativen, brauchen.
Eine Untersuchung von Vercel und MERJ mit Hunderten Millionen Anfragen hat gezeigt: GPTBot, ClaudeBot und PerplexityBot führen kein JavaScript aus. Sie laden zwar JavaScript-Dateien herunter, aber sie verarbeiten sie nicht. Was nicht im initialen HTML steht, sehen sie nicht. Googlebot ist hier die Ausnahme.
Das wird vor allem für Websites zum Problem, die als sogenannte Single-Page-Applications gebaut sind, also Webseiten, deren Inhalte erst im Browser durch JavaScript zusammengesetzt werden. Sieht für den menschlichen Besucher identisch aus. Für eine KI ist es ein leerer Rahmen.
WordPress, sauber gebaut, hat diese Hürde nicht. Der Inhalt steht im HTML, bevor er den Browser des Besuchers erreicht.
Wie wir es konkret angehen
Da wir unsere Websites selbst bauen, können wir uns hier nicht auf Beobachtung beschränken. Was bei uns inzwischen Standard ist:
Inhalte als Antworten denken.
Eine Leistungsseite muss nicht mit einer Begrüssung beginnen. Sie kann mit der Frage beginnen, die jemand wirklich hat. Was kostet eine Website? Wie lange dauert ein Branding? Was unterscheidet Strategie von Konzept?
Strukturierte Daten an den richtigen Stellen.
Artikel und FAQ-Bereiche: Das ist Code, der Maschinen sagt: «Hier ist ein Artikel, hier ist der Autor, hier ist das Datum, hier ist eine Frage und ihre Antwort.» Sieht man nicht, wirkt aber.
Saubere Hierarchie und kurze Absätze.
Ein H1, klare H2-Abschnitte, ein Gedanke pro Absatz. Hilfreich für die Maschine, hilfreicher für den Menschen und absolute Basics.
Texte, die alleine stehen können.
KI-Systeme zitieren oft nur einzelne Absätze. Diese müssen ohne den Rest der Seite einen Sinn ergeben.
Eindeutige Aussagen statt Marketing-Watte.
«Wir machen wirkungsvolles digitales Marketing» bedeutet wenig. «Wir bauen Websites, die der Kunde nach einer Schulung selbst pflegen kann» bedeutet etwas. Die zweite Aussage wird zitiert, die erste nicht.
Konsistenz über alle Kanäle.
Was auf der Website steht, taucht auch im Blog und auf LinkedIn auf. Nicht aus Marketing-Disziplin, sondern weil eine wiedererkennbare Stimme über die Zeit auch maschinell wahrnehmbar wird.
Was wir nicht empfehlen
Keyword-Stuffing für KI.
Es gibt erste Tools, die versprechen, Inhalte für ChatGPT zu optimieren, indem sie bestimmte Phrasen häufig wiederholen. Das hat schon bei Google nie nachhaltig funktioniert. Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass es bei generativen Systemen anders sein wird.
Optimierung auf einen einzelnen Anbieter.
ChatGPT, Perplexity, Google AI funktionieren unterschiedlich und verändern sich ständig. Wer heute auf eines davon optimiert, hat in zwei Jahren vielleicht das falsche optimiert. Wer auf Klarheit und Struktur setzt, ist überall vorne.
Unterstützung gesucht?
Matched unsere Haltung mit deiner? Wenn dich das Thema beschäftigt und du eine ehrliche Einschätzung zu deiner Website suchst, melde dich. Wir nehmen uns Zeit, schauen drauf, sagen dir, was uns auffällt
