Nachhaltigkeit braucht Geduld. Und Klarheit.

Wer nachhaltige Mode herstellt, steht vor einem einfachen, aber hartnäckigen Problem:
Unser Konsumverhalten ändert sich langsam.

This is Sheep arbeitet mit Merinowolle, geht keine Kompromisse ein bei der Herkunft, Qualität und Gewinnung der Wolle und produziert, wo immer möglich, in der Schweiz. Das ist kein Trend, sondern eine Haltung. Und ja: Die Themen liegen gerade auf dem Tisch. Vor dem Bundeshaus türmt sich ein Kleiderberg, um ein Zeichen gegen Fast Fashion zu setzen. Politische Akteure fordern konkrete Massnahmen. Und Berichte über Schadstoffe in Billigmode machen erneut deutlich, warum das Thema nicht verschwinden wird.

Aber Aufmerksamkeit ist das eine. Verhalten ist das andere.

Das Paradox

Ein Label wie This is Sheep steht in einem Spannungsfeld: Man verkauft Kleider und sagt gleichzeitig, dass das beste Kleidungsstück jenes ist, das nicht gekauft wird.

Das wirkt zuerst widersprüchlich. Ist es aber nicht.

Es heisst nur: Wenn schon kaufen, dann bewusst. Lieber ein Teil, das länger bleibt als fünf, die nach einer Saison wieder im Kleiderberg landen.

Dazu kommt ein weiterer Punkt, der oft untergeht:
Natürliche Materialien sind nicht einfach «nice to have», sondern ein Gegenpol zu synthetischer Wegwerfware. Wolle ist biologisch abbaubar, langlebig und im Kreislauf gedacht. Polyester, Nylon und Co. bleiben als Mikroplastik in der Umwelt.

Dass dieser Unterschied gerade wieder sichtbarer wird, zeigt die weltweite Woolmark-Kampagne Wear wool, not waste. Die Botschaft ist simpel: Wer Wolle trägt, produziert keinen synthetischen Abfall. Und Simples wirkt – wenn man es wiederholt, bis es sitzt.

Warum die Botschaft Wiederholung braucht

Menschen ändern ihr Konsumverhalten nicht, nur weil sich die Fakten häufen. Sie ändern es, wenn sich eine Botschaft setzt.

Und das passiert selten beim ersten Mal.

Bei regionalen Lebensmitteln ist es dasselbe. Lucas hat das bei seiner Arbeit für alpinavera erlebt: Auch dort ging es darum, Menschen für Produkte zu sensibilisieren, die etwas mehr kosten, aber Wert schaffen: Für die Region und für die Produzenten. Während Corona wurde viel regional eingekauft. Danach wieder weniger. Das Muster ist immer gleich: Ein Trend hilft, aber er trägt nicht dauerhaft. Dranbleiben trägt.

Ein weiteres Beispiel: Die Tessanda

Die Tessanda im Val Müstair fertigt in einem jahrhundertealten Handwerk und aus rein natürlichen Materialien Produkte, die preislich auf dem Niveau von Hermès oder Louis Vuitton liegen. Nicht, weil sie «luxuriös» sein wollen, sondern weil Handwerkskunst, hochwertige Rohstoffe und Zeit ihren Preis haben.

Die Herausforderung bleibt, diesen Preis immer wieder zu erklären. Und es funktioniert nur, wenn man konsequent dasselbe betont: Handwerk. Materialien. Präzision.

Für nachhaltig produzierende Unternehmen ist die Marke kein Schönwetter-Thema. Sie ist zentral, weil sie den nötigen Vertrauensvorschuss schafft, damit Kundinnen und Kunden den Wert hinter dem Preis sehen und bewusst entscheiden.

Was Marken wie This is Sheep heute brauchen

Aus unserer Sicht: Keine grossen Parolen, sondern Konsistenz. In Form von:

  • Geschichten und Hintergründe, die erklären, was Sache ist.
  • Radikale Transparenz, wie bspw. über die Herkunft der Materialien.
  • Geduld in der Kommunikation. Es ist kein Sprint, eher ein Marathon
  • Linientreue, auch wenn der Markt etwas anderes ruft.

Wir glauben, so entsteht Vertrauen. Wenn man zeigt, warum man etwas so macht und es ständig wieder tut. Auch Glauben wir, das Vertrauen bindet, was betriebswirtschaftlich sich ableiten lässt in Verkäufen.

Unsere Sicht darauf

Nachhaltige Kommunikation braucht Zeit und eine klare Linie. Nicht laut, nicht hastig, sondern konsequent. Man muss nicht alle erreichen – nur jene, die es ernst meinen.

Wenn du deine Botschaften ebenfalls langfristig und verständlich erzählen willst, unterstützen wir dich gern dabei.